Festnahme nach Mord nahe Venedig – Venezianischer Verkehrspolizist in Mordfall verwickelt
Der Mord an Sergiu Tarna hat das Umland von Venedig erschüttert. Der Fall wirkt brutal, kühl geplant und wirft bis heute viele Fragen auf. In der Nacht zwischen dem 30. und 31. Dezember endete das Leben des 25-jährigen Barmanns aus Moldawien in den dunklen Feldern von Malcontenta, nahe Mira. Während andere das neue Jahr vorbereiteten, lag Tarna tot neben einem Kanal. Ein einzelner Schuss an die Schläfe beendete alles.
Mordopfer kam aus der Barszene
Sergiu Tarna lebte und arbeitete in Mestre. Er bewegte sich in der Barszene, kannte viele Gesichter, führte ein scheinbar normales Leben. Am Abend vor Silvester hielt er sich in einem Lokal in Chirignago auf. Dort zwang ihn jemand, gegen seinen Willen, in ein Auto zu steigen. Mehrere Kameras zeichneten später diese Minuten auf. Die Fahrt führte aus der Stadt hinaus, Richtung Porto Marghera, hinein in die Nebel der offenen Landschaft. Dort folgte die Hinrichtung. Keine Spuren eines Kampfes, keine Verletzungen außer der tödlichen. Alles deutet auf eine gezielte Exekution hin.
Ermittlungen nahmen Fahrt auf
Die Ermittlungen nahmen schnell Fahrt auf. Die Carabinieri werteten Telefondaten aus, verfolgten Kamerabilder und rekonstruierten jede Bewegung der letzten Stunden. Der Verdacht fiel bald auf Riccardo S., einen Beamten der venezianischen Stadtpolizei. Er verschwand kurz nach der Tat und tauchte auf Teneriffa unter. Doch die Flucht dauerte nicht lange. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar kehrte er nach Italien zurück. Sein Vater holte ihn vom Flughafen ab. S. ließ sich in der Nähe seines Hauses in Malcontenta absetzen und versteckte sich in einem verlassenen Gebäude. Drohnen und Wärmebildkameras machten dem Versteckspiel ein Ende. S. stellte sich und leistete keinen Widerstand.
Noch ein Täter auf der Flucht?
Die Ermittler gehen nicht von einem Einzeltäter aus. Zu viele Details sprechen für mindestens einen Komplizen. Vor allem die Art, wie Tarna ins Auto gezwungen wurde, lässt auf mehrere Beteiligte schließen. Auch die Tatwaffe fehlt bis heute. S. Dienstpistole bleibt unauffindbar.
Motiv noch im Dunkeln
Beim Motiv tappen die Behörden noch im Dunkeln. Eine Spur führt in die Drogenszene von Mestre. Schulden, Streit um Lieferungen oder verletzte Hierarchien stehen im Raum. Gleichzeitig gewinnt eine private Dimension an Gewicht. Tarna und S. kannten sich. Beide bewegten sich im selben Umfeld. Beide interessierten sich offenbar für dieselbe Frau. Eifersucht, gekränkter Stolz und persönliche Spannungen könnten die Eskalation beschleunigt haben.
Die Mutter des Opfers fordert Gerechtigkeit. Sie will keine schnellen Urteile, sondern die ganze Wahrheit. Der Fall zeigt eine dunkle Seite der Stadtregion Venedig. Er erzählt von Nähe und Abgründen, von Macht und Kontrollverlust. Und er erinnert daran, wie schnell ein junges Leben enden kann.
